Time‘s Up Linz entwickelt ein völlig neues Medium

Werden Sie Tatort-Ermittler!

Krimis lesen, Kino, Theater, Museum, Schnitzeljagd und Installationen waren gestern – die Zukunft sind physikalische Erzählungen! Werden Sie Teil der Geschichte und klären Sie einen Mordfall auf.

Stellen Sie sich vor, Sie besuchen Ihre Freundin/Ihren Freund und als Sie bei der Wohnungstür ankommen, steht diese – wie sonst nie – offen. Sie gehen langsam hinein und öffnen die Tür zum Wohnzimmer. Der Fernseher läuft, doch  niemand ist da. Plötzlich hören Sie Schritte aus dem 1. Stock. Sie rufen nach oben und gehen die Treppe rauf. Auch da ist niemand. Aus dem Bad dringen leise Stimmen. Es ist „nur“ das Radio. In den Lokalnachrichten wird von einem schrecklichen Mord berichtet.

Internationale Zusammenarbeit Na, gegruselt? Dann warten Sie erst einmal, wie es Ihnen geht, wenn Sie diese Geschichte nicht nur erzählt bekommen, sondern „erleben“. Time‘s Up Linz machts möglich: 1996 gegründet, befasst sich das Entwicklerkollektiv mit haptischen, physikalischen Projekten, die Kunst, Technologie, Unterhaltung und Wissenschaft vereinen. Dementsprechend breit gefächert sind auch die Kompetenzen des 6-köpfigen Teams. Tina Auer, Andreas Mayrhofer, Timothy Boykett, Marc Schrögendorfer, Luis Wohlmuther und Andrea Strasser decken viele Kompetenzbereiche – von Musik, Bildhauerei, Elektronik, Mathematik und Grafik über div. Sozial- und Geisteswissenschaften – ab. Je nach Projekt holen sie sich bis zu 80 int. Mitarbeiter ins Boot. Interdisziplinarität vom Feinsten eben. Logisch, schließlich wird alles selbst gemacht im Hafenbecken in Linz, wo der Verein zu Hause ist. Ein Standortwechsel käme dabei für Time’s Up. nicht in Frage: „Wir schätzen Linz als Basisstation. Die Stadt bietet einen perfekten Nährboden für kreativ-innovative, technologische und experimentorientierte Projekte. Außerdem ist Linz nach wie vor eine Arbeiterstadt mit einer aktive Stahlwirtschaft – alles Faktoren, die uns sehr sympathisch sind!“

Time’s Up sind im Begriff, ein völlig neues Medium zu entwickeln. Die physikalischen Erzählungen sind eine noch nie dagewesene Erfindung und drehen sich um die Fragen: Welche Spuren hinterlässt eine Person in einem Raum? Kann man einen Charakter rein über das Stöbern in seinem privaten Zimmer identifizieren? Ja, können sogar ganze Geschichten über Räume erzählt werden? Da auch die EU das Potenzial dieser Erfindung erkannt hat, wurde Time’s Up für die nächsten zwei Jahre in ein Kulturförderungsprogramm aufgenommen und mit der EU-weiten Leitung desselbigen beauftragt. Zahlreiche int. Auszeichnungen zeugen von dem Erfolg der Raum-Inszenierungen: Von Vietnam über Frankreich bis nach Australien haben sie bereits Menschen begeistert. Für den Transport braucht es übrigens meist Trucks, um das Equipment zu  befördern, so aufwendig sind sie.

Banküberfall in Wels Bei ihrem neuen Projekt, das im September in Brighton Premiere feiert und im November in Kooperation mit dem MKH in Wels zu erleben sein wird, dreht sich alles um ein Kapitalverbrechen. Das Publikum wird an den Planungsort eines Bankraubs geführt um in Unterlagen zu stöbern, Computerdateien zu durchforsten, Bilder anzusehen und herauszufinden, wer warum einen Einbruch in eine große Bank in der Welser Innenstadt plant. Was ist real, was ist Fiktion? – Unterhaltung auf höchstem Niveau, bei der der Spieltrieb endlich mal wieder ausgelebt werden darf. Zu sehen von 22.11–26.11 in Wels. Nähere Infos unter www.timesup.org/parn

Erschienen im Oberösterreichischen Kulturbericht – Folge 9 – September 2011

Impressum

Für den Inhalt verantwortlich: Michaela Grininger, Untere Donaulände 10, 4020 Linz, T +43 650 53 18 108, post@michaelagrininger.at
Design: www.sombrero.at