Im Fieber der Begeisterung oder: Bauernhof macht glücklich

Biegen Sie nach 20 Meter rechts ab. Passieren Sie Gatterrumpfing und biegen Sie links nach Hinterdupfing ab, dann erreichen Sie nach mehrmaligem Nachfragen, Reversieren und im Kreisfahren bestimmt Ihr gewünschtes Ziel. Wir waren am Wochenende auf einem Bauernhof im Mühlviertel.

Zwei Nächte, drei Tage, vom Gefühl her eine ganze Woche. Nun, wieder zurück in der Stadt, kommt es mir vor, als wären wir viel, viel länger weggewesen. So erfüllend und entspannend waren die Tage in der Natur. Die Momente mit jungen Ziegen, Katzen, Kühen und Hasen. Die Fahrten mit dem Traktor. Das Spazieren im Nirgendwo. Das gemütliche Beisammensein im Innenhof. Die spannenden Gespräche mit den Bauern. So soll es sein, so will ich es bald wieder. Und das Beste: Wir waren nicht einfach auf einem Bauernhof, sondern auf einem BIO-Bauernhof.

Dort hat sich auch meine Meinung zu biologischen Produkten endlich wieder gebessert. Habe ich in den letzten Wochen und Monaten den Glauben an Bio beinahe verloren – die vielen Medienberichte, die Bio anzweifeln (Kritisch zu sein ist ja gut, aber warum immer alles schlecht machen?), ließen mich an der Qualität von Bioprodukten aus Discountern zweifeln, bin ich im Moment gerade ziemlich begeistert. Denn mein Bauer beliefert tatsächlich „Zurück zum Ursprung“ von Hofer!  Und diesen Kühen geht es wirklich gut. Mehr will ich im Moment auch gar nicht wissen, möchte ich mich doch noch ein kurze Zeit lang in dem wohligen Gefühl suhlen, die Welt sei gar nicht so schlecht, wie „die anderen“ immer sagen.

Also, weiter im Text. Es ist grandios, auf einem Bauernhof Urlaub zu machen! Denn nur wer eine Ahnung hat, woher die Milch kommt (und damit meine ich jetzt nicht, den Betrieb kennenzulernen, das auch, ja, aber vor allem zu sehen, wie eine Kuh gemolken wird), kann ein verantwortungsvoller Konsument werden. Deshalb sage ich, verzeihen Sie mir, auch ich möchte ab und zu die Politikerin in mir zu Wort kommen lassen, „Ja“ zum Urlaub auf dem Bauernhof und „Ja“ zu Eltern, die ihren Kindern zeigen, woher das kommt, was sie täglich zu sich nehmen. Das ist ein guter Ansatz, die Menschen wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen. So, ja, das Fieber der Begeisterung, ich hoffe, es hält noch ein wenig.

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