Ich lass das jetzt so

Unsere Uhren sind stehengeblieben. Die in der Küche, die im Esszimmer und meine Armbanduhr. Und zwar allesamt innerhalb einer einzigen Woche.

Die Batterien waren leer. Und ich zunächst zu faul, um welche zu kaufen. Mittlerweile haben wir schon seit mehreren Wochen keine funktionierenden Uhren mehr im Haus. Außer jenen auf den Handys und am Laptop, aber da ich diese Geräte zu Hause kaum nutze, zähle ich die nicht dazu.

Noch bis vor kurzem habe ich bei Frühstück, Mittagessen und Abendessen sowie bei fast jedem Aufenthalt in der Küche und im Esszimmer immer wieder in regelmäßigen Abständen – meist ohne jeglichen Grund – auf die Uhr geblickt. Aus Reflex, aber auch weil ich Sorge hatte, dass wir uns verspäten. Selbst wenn wir gar keinen Termin hatten!

Nun, ohne Uhr, ist alles viel entspannter. Ich lasse mir jetzt einfach Zeit. Und lasse die Zeit Zeit sein. Das ist so angenehm. Und wir kommen trotzdem kaum zu spät. Gut, ja, ich hab es da auch wirklich gut. Es ist bei mir nicht so genau mit dem Arbeitsbeginn, was ein Glück für sich ist, wenn man sich nicht zu hetzen braucht in der Früh. Aber auch am Abend ist das klasse. Denn ob ich die Kinder um halb 7, um 7 oder um halb 8 ins Bett bringe, ist ja eigentlich total egal. Wir gehen ins Bad, wenn wir fertig gegessen haben. Wir gehen ins Bett, wenn wir im Bad fertig sind. Und so weiter. Und so fort.

Endlich ist das Diktat der Uhren weg! Das entstresst mein Leben enorm. Zumal ich ja eh ein Mensch bin, der viel zu oft viel zu schnell unterwegs ist.  Wollt ich nur mal erzählen. Weil ich grad Zeit hatte…

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