Hilfe, Ferien! Wohin nur mit den Kindern?

Auch wenn sich der Frühling schon an manchen Tagen bemerkbar macht, hat uns der Winter nach wie vor voll im Griff. Trotzdem sollte man sich schon jetzt Gedanken über die Planung der Sommermonate machen. Denn Sommer heißt gleichzeitig auch Ferien für Kindergartenkinder und Schüler. Und das bedeutet wiederum für Eltern eine schwierige Phase, die einiges an Planung bedarf.

Vielerorts gibt es Sommerkinderbetreuungseinrichtungen, deren Anmeldungen schon jetzt ins Haus flattern und bis spätestens April bekanntgegeben werden müssen. Doch was gibt es ganz grundsätzlich für Möglichkeiten, um über den Sommer zu kommen? Gibt es besondere Urlaubsansprüche für Eltern und welche Regelungen gibt es für die Bezahlung von Hort, Sommerkindergarten und div. anderen Betreuungsmöglichkeiten à la Sport- und Musikcamps für die Kinder?

Grundsätzlich gelten für ArbeitnehmerInnen, die Eltern sind, keine gesonderten Regelungen. Alle ArbeitnehmerInnen haben per Gesetz fünf Wochen Urlaub. Dieser Urlaubsanspruch beginnt, wenn Sie neu in einer Firma sind, nach etwa 13 Kalendertagen, mit einem Anspruch von einem Tag. Nach etwa zweieinhalb Monaten sind Sie bei einer Urlaubswoche angelangt. Nach einem halben Jahr stehen die vollen fünf Wochen Urlaub zu. (Informationsquelle: Arbeiterkammer Österreich)

Auch wenn es keine eigene Regelung für Eltern von Klein- bzw. Schulkindern gibt, ist es in der Praxis üblich, dass der Arbeitgeber auf die besonderen Bedürfnisse zumindest teilweise Rücksicht nimmt. Dennoch: Mit fünf Wochen Urlaub im Jahr können – nicht einmal, wenn sich beide Elternteile diese fünf Wochen abwechselnd frei nehmen – die mehr als 12 Wochen Ferien von Schulkindern (bei Kindergartenkindern ist dies vom jeweiligen Kindergarten abhängig, aber die meisten Kindergarte – vor allem  am Land – haben zumindest fünf Wochen Sommerferien, sowie zwei Wochen Ferien rund um Weihnachten und eine gute Woche an Ostern) abgedeckt werden. Außerdem sollte man meinen, gibt es doch ein gewisses Bedürfnis, zumindest einen Teil der Ferien gemeinsam zu verbringen, d.h. sich gleichzeitig frei zu nehmen. Wie man sieht, stehen Eltern also jedes Jahr vor einem ziemlich großen Problem. Wer sich da nicht auf Großeltern, Tanten, Onkeln etc. voll verlassen kann bzw. welche Großeltern passen schon den halben Sommer auf ihre Enkeln auf… und welche Enkeln wollen schon den halben Sommer bei Oma und Opa sein… und welche Eltern wollen schon ihre Kinder so viel Zeit bei ihren Eltern verbringen lassen. Also: Selbst wenn man über engagierte Großeltern verfügt, bringt dies nicht eine endgültige Lösung für die Ferien. Also, wie kann man die Ferienzeit überbrücken?

Es gibt Feriencamps, Horts, Sommerkindergärten, die Betreuung durch Großeltern und andere Verwandte und ev. auch die Möglichkeit, sich mit Freunden zusammenzutun und die Kinderbetreuung im Freundeskreis intern zu regeln. Aber nun wollen wir uns die offiziellen Lösungen einmal genauer ansehen bzw. Ihnen Tipps für weitere Informationen liefern:

Was, wo, wie?

Eines vorweg, für alle nun angesprochenen Varianten der Kinderbetreuung in den Ferien gibt es laut Auskunft der Arbeiterkammer Oberösterreich keine Regelung, dass der Arbeitgeber zum Beispiel einen Teil der Kosten übernimmt. D.h.: Ferienbetreuung ist gut und sicherlich ein Erlebnis für die Kinder, v.a. wenn Varianten wie Reit- oder Kreativcamps gewählt werden, doch definitiv ein teurer Spaß.

Auf www.feriencamps.at werden u.a. Reitcamps, Bogenschießen, Kletter- und Computercamps angeboten. Die Kosten bewegen sich je nach Dauer zwischen 40,- und 270,- Euro.

Unter www.kinderfreunde.at finden Sie ein umfangreiches Programm für die Ferien. Hier werden u.a. Theaterkurse in Kooperation mit dem Dschungel Wien angeboten und vieles mehr.

Auch das Hilfswerk bietet österreichweit Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche an. „Das Angebot sowie die Kosten sind in diesem Fall von Gemeinde zu Gemeinde verschieden und orientieren sich zudem teilweise am Einkommen.“ So Mag. Doris Weiglein vom Hilfswerk Oberösterreich.

Recht intensiv mit dem Thema Ferienbetreuung beschäftigt sich auch die Seite http://www.quax.at/ferienbetreuung.

Achtung: Ferienbetreuungsplätze sind in der Regel sehr schnell ausgebucht. Besser Sie planen und buchen bereits jetzt!

Tipp: Ferienlager für Kinder unter zehn Jahren sind steuerlich absetzbar. Bis zu 50 Prozent der Kosten inkl. Verpflegung und Unterkunft können Sie sich so vom Finanzamt zurückholen!

 

Das sollten Sie bei der Ferienplanung beachten:

  1. Schreiben Sie sich ihre konsumierten Urlaubstage mit, um Diskussionen am Arbeitsplatz zu vermeiden.
  2. Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihren KollegInnnen, um Urlaubskollisionen zu vermeiden und geben Sie Ihre Urlaubswünsche so bald als möglich dem dafür Zuständigen bekannt.
  3. Sprechen Sie sich bereits nach Weihnachten mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin, den Großeltern und Verwandten ab, um die Betreuung v.a. in den Sommerferien zu sichern.
  4. Buchen Sie früh genug div. Kinderbetreuungseinrichtungen.

 

 

 

 

 

Impressum

Für den Inhalt verantwortlich: Michaela Grininger, Untere Donaulände 10, 4020 Linz, T +43 650 53 18 108, post@michaelagrininger.at
Design: www.sombrero.at