Harry Gebhartl – Fett

„Fett“ zählt definitiv zu den schrägsten Büchern, die ich je gelesen habe. Zugegeben, ich lese selten schräge Bücher, ja, ich kaufe sie nicht einmal. Ich hab es nicht so mit der Schrägheit. Obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, dass diejenigen, die mich kennen, sehr wohl sagen würden, dass es mit der Schrägheit und mir nicht so weit her ist. Trotzdem. So schräge Bücher lese ich eigentlich nicht.

Warum ich „Fett“ dann überhaupt für die diesmonatige Rezension gewählt habe? Erstens, weil Harry Gebhartl, der Autor, eine nicht ganz unbekannte Figur in der oberösterreichischen Kulturszene ist – er hat z.B. derzeit die Theaterleitung/ Künstlerische Leitung des Theater Phönix Linz inne. Und zweitens, weil: Sist zwar schräg, sist aber trotzdem gar nicht schlecht. Um im Gebhartl-Jargon zu sprechen. Worum es geht? Das verrat ich lieber nicht, sonst schreck ich sie noch ab. Nur so viel: Ich würde nicht in der Welt, die Gebhartl zeichnet, leben wollen. SIE IST NICHT SCHÖN! Im Gegenteil, sie ist grauslich, grau, düster, dreckig, … . Kurz: Es herrscht Endzeitstimmung in „Fett“ und nicht nur die Welt ist furchtbar, auch die Menschen, die in ihr leben, sind es. Aber das geht wohl Hand in Hand. Ist das so?

Auch wenn Harry Gebhartl am Buchrücken ziemlich finster dreinschaut, habe ich mir beim Lesen immer vorgestellt, wie er beim Schreiben von „Fett“ mit einem konstant breiten Grinser dagesessen ist.

 

Harry Gebhartl „Fett“

arovell verlag, gosau salzburg wien 2013.

230 Seiten, 12.90- Euro

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