Frau Grininger ärgert sich wieder einmal: Der Essens-Wahnsinn Teil 1

Wissen Sie, was mich nachdenklich, stutzig, traurig, wütend macht? Wenn ich mehrmals die Woche von meiner Tochter erzählt bekomme, was ihre Freundinnen im Kindergarten zur Jause essen. Ach, die hat Probleme, werden Sie vielleicht jetzt denken. Aber ja, das ist, finde ich, wirklich ein Problem. Wenn mehr als die Hälfte der Kindergartenkinder täglich mehr als Kabanossi, Leberkäse-Semmerl, Fertigpizza! und dergleichen zur vormittäglichen Jause zu sich nimmt, dann ist das sehr wohl ein Problem.

Wie kann es sein, frage ich mich, dass es so viele Eltern gibt, die kein, und in diesem Fall kann man wohl davon ausgehen, dass sie wirklich kein Bewusstsein für Ernährung und deren Zusammenhang mit Wohlbefinden und Gesundheit haben? Meine Tochter hat mit ihrem Vollkornbutterbrot, Paprika, Äpfel und Karotten zum Glück kein Problem, zumindest wenn sie ab und an zu Hause auch mal eine Kabanossi bekommt. Auch wenn ich ihr beim Verzehr dieser kaum zusehen kann… Aber ich will ja keine Gelüste wecken, die immer größer werden, weil sie nie befriedigt wurden.

Auch sehr ärgerlich finde ich, dass auf dem Mittagsspeiseplan mindestens einmal die Woche Würstel stehen. Bitte, Würstel! Das ist doch kein Essen! Das gibt’s, wenn mal gegrillt wird, dann ist das eine Ausnahme. Aber doch nicht als Hauptmahlzeit an einem ganz normalen Tag! Überhaupt – warum brauchen die Kinder im regulären Essensplan zwei bis drei Mal die Woche Fleisch? Wenn man davon ausgeht, dass zu Hause sicherlich am Abend Wurst gegessen wird und am Wochenende das Schnitzel auf den Tisch kommt, warum kann dann nicht von offizieller Seite wenigstens darauf geschaut werden, dass „was Gscheites“ auf den Tisch kommt? Bitte, das sind doch keine Holzfäller! Und jenen Argumente der Speiseplangestalter verschiedenster Gemeinden, dass die Kinder eben Gemüse, Salate usw. verweigern, sie also gesundes Essen nicht annehmen, kann ich im Übrigen auch nichts abgewinnen.

Gut, die Aktionen für Gesunde Jause in öffentlichen Einrichtungen nehmen in letzter Zeit zu. Aber noch lauter sollten sie sein, damit auch jene sie hören, die ihren Einkaufswagen einmal die Woche bei div. Discountern füllen mit Dingen, die jenseits jeglicher Assoziation mit Lebensmitteln stehen. Viel platter sollten die Sprüche zum Thema „gesundes Essen“ sein. So platt eben wie auch die großen Konzerne ihre Produkte und Marken bewerben. „Geiz ist geil“ hat jeder verstanden, warum nicht einen ähnlichen Slogan für Vollkorn, Obst und Gemüse? Leider finden schlaue Gedanken viel zu oft deswegen kaum Gehör, weil sie durch wissenschaftliche Sprache unverständlich bleiben…

Also sage ich: Schluss mit Junk Food! Gesundes Essen – Jetzt! Ist doch nicht so schwer, oder?

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