die KUNSTSAMMLUNG des Landes OÖ gibt Einblick in das Werk Gottfried Mairwögers: SUCHENDER, REISENDER, MALENDER

Gottfried Mairwöger machte früh Karriere und starb viel zu früh. Heuer jährt sich sein Todestag zum zehnten Mal. Die KUNSTSAMMLUNG des Landes Oberösterreich würdigt in der Ausstellung „Farbpoesie“ ab 28. April das Werk des abstrakten Expressionisten.

Noch vor seinem 30. Geburtstag schaffte es der 1951 in Tragwein geborene Künstler zu großem Erfolg.  Seine Bekanntheit stieg exponentiell, bald hatte er Fans in ganz Europa, dann auch in Amerika. Den Namen Gottfried Mairwöger kannte man quasi auf der ganzen Welt. Doch wer war dieser Star der Kunstszene der siebziger und achtziger Jahre?

In erster Linie war Mairwöger ein Suchender, wie er selbst immer wieder betonte. Ein Suchendender nach neuen Wegen, nach neuer Inspiration, die er sich meist auf Reisen holte. Schon während seiner Zeit im Gymnasium besuchte er via Autostopp die Kunstmetropolen Europas, um etwa das Seerosenbild von Claude Monet  oder die Bilder Gaugins aus Tahiti  in Paris mit eigenen Augen zu sehen. Bereits zu dieser Zeit wuchs auch Mairwögers Interesse für den abstrakten Expressionismus aus den USA und die französische informelle Malerei.

Entscheidende Wende Von 1970 bis 1976 studierte Mairwöger an der Akademie der Bildenden Künste bei Josef Mikl und Wolfgang Hollegha, wo er hauptsächlich an Naturstudien arbeitete. Als Mairwöger bei einer Ausstellung in Hamburg schließlich den amerikanischen Kunsthistoriker Clement Greenberg traf, trat eine entscheidende Wende ein. Schon während der Schulzeit hatte sich Mairwöger mit Greenbergs Gedanken zur Kunst beschäftigt. Nun wurde er von eben diesem nach New York eingeladen. Gottfried Mairwöger entfernte sich also rasch von seinen Lehrern an der Akademie der Bildenden Künste. Zeit seines Lebens war das Reisen ein wichtiger Bestandteil seines Lebens, vor allem das Kennenlernen einer anderen Natur, eingetaucht in ein anderes Licht war dabei von zentraler Bedeutung. Vor allem Kulturen außerhalb Europas inspirierten ihn zu völlig neuen, für den Westen ungewöhnlichen Farbkombinationen. Und noch etwas sammelte er auf seinen Reisen: Kochrezepte. Mairwöger war leidenschaftlicher Koch, der gerne seine Freunde und Bekannte mit seinem Können beglückte.

Rhythmus der Bilder Von Beginn bis zum Ende standen Naturstudien im Zentrum von Mairwögers Schaffen. Allerdings mit dem wichtigen Detail, dass er sich über die Abstraktion von der Darstellung der Wirklichkeit vollkommen gelöst hat und so zu einer universalen Sprache gefunden hat. Auf die Frage, ob seine Werke eine Botschaft enthielten, hat Mairwöger einmal geantwortet: „Ich glaube schon. Eine Botschaft, die auch Menschen verstehen, die in Kunstgeschichte nicht besonders bewandert sind. Analphabeten, die irgendwo auf der Welt meine Bilder betrachten, reagieren darauf, sicher nicht nur wegen der Farbenpracht oder der Größe. Sie empfinden auch den Rhythmus (…). “ Durch eine Schenkung sind übrigens kürzlich zwei großformatige Werke Mairwögers in den Besitz des Landes Oberösterreich gelangt. Diese befinden sich nun im neuen Musiktheater.

Gottfried Mairwöger „Farbpoesie“ – Von 28. April bis 10. Juni im Hochfoyer des Ursulinenhofes im OÖ Kulturquartier, Landstraße 31, 4020 Linz. www.diekunstsammlung.at

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